Tödliches Moor

Am Rande des Moors steht ein einsames Gasthaus. In den letzten Tagen des Sommers etwa 1673 machte ein Kurier kurze Rast in der Herberge. Der Mond steht schon am Himmel, als der reitende Bote seinen Weg fortsetzen will, doch der Wirt warnte ihn den geplanten Weg durch das Moorgebiet nicht zunehmen. "Schon viele Menschen sind dort spurlos verschwunden. Es ist dort nachts einfach nicht geheuer.", sagte der Wirt, aber der Kurier ließ sich nicht beirren und nahm trotz allem den gefährlichen Weg durch das Moorgebiet.
"Was für ein Abergläubischer Mensch. Zum Glück glaube ich nicht an Ungeheuer oder andere Spukgespenster.", lachte der Kurier in sich hinein, als er einige Meter vor sich etwas wahr nahm. Er reitet zu schnell um es gleich zu erkennen, doch aus dem Moor tauchten Ungeheuer ähnliche Gestalten auf. Er erschrak so sehr das er vom Pferd fiel. Die Gestalten kamen immer näher und er flehte um sein Leben. "Deine Tage sind gezählt, Sterblicher!", riefen sie ihn mit unheimlicher Stimme zu und drängten ihn immer mehr in die tiefe des Sumpfes, bis er im bodenlosen Morast ganz verschwand.
Ein lachen durchdrang das Moorgebiet. "Diese Narren, sterben wohl niemals aus!"
Die Gestalten lachten und glucksen vor Freude. "Kommt, lass uns endlich die Masken abnehmen und nachsehen was er so eilig befördert hat."
Es war kaum zu glauben, aber die Moorungeheuer waren in Wirklichkeit nur verkleidete Diebe, die ihre Opfer in eine tödliche Falle lockten.
"Seht euch das an", sagte der eine Dieb und nahm mehre Goldstücke aus einen Sack. "Damit könnte man glatt eine Armee bezahlen.", staunte dieser.
So war es auch geplant! Mit dem Gold des Kuriers wollte ein Reiche Kaufmann Soldaten bezahlen, die ihn vor einen Angriff eines befeindeten Clans schützen sollten. Doch nun steht seine Villa in Flammen und es droht ihn und seiner Familie den Tod. In letzter Minute jedoch begabt sich die Familie jedoch auf die Flucht. Sie schafften es unbemerkt in den Hinterhof, doch als ihre Kutsche davon fuhr, sah einer der Feinde sie und beschloss mit ein paar der anderen sie zu folgen. Der Kaufmann merkte seine Verfolger nicht, denn seine Gedanken kreisten sich unerlässlich um die Frage, warum sein Treuer Diener Evan ihn so verraten konnte. Er war doch der einzigste  Mensch den er vertraute.
Mit der schwerfälligen Kutsche konnten sie ihre Verfolger nicht entkommen und schnell wurden sie eingeholt.
Der Kutschenfahrer drang die Pferde bis zum äußersten und beschloss über das Moorgebiet die Verfolger abzuhängen.
Kurz vor dem Morast hatten die Verfolger sie dann doch noch eingeholt und zwang den Kaufmann und seine Familie aus der Kutsche. "Werdet ihr uns nun kaltblütig ermorden?, fragte der Kaufmann und einer der Männer lachte hönig. "Wir sind doch keine Barbaren! Ihr kommt vor unser Clangericht … und das wird euren Tod beschließen!"
Aber da bemerkten sie etwas hinter sich, etwas merkwürdiges was nicht sein konnte. Sie nahmen Gestalten wahr die aus den Moor hinaufsteigen wirkten. Panik packten die Männer, die grade noch voller stärker waren und sie flüchteten. Der Kaufmann und seine Familie blieben wie angewurzelt stehen.
"Gut, dass die Narren abgehauen sind! Gegen so viele Krieger kämen wir nicht an.", sagte einer der Ungeheuer und die Familie atmende auf, als die Gestalten ihre Masken abnahmen und sich als normale Menschen entpuppten.
Der Kaufmann ging auf die Männer zu, um ihnen zu danken, doch einer der Diebe hielt sein Messer vor ihn. "Das ändert nichts am Ergebnis, ihr seid trotzdem so gut wie tot!", sprach einer der Diebe zu ihnen und wollte sich grade die junge Tochter des Kaufmanns greifen. Diese jedoch versuchte zu fliehen, weshalb einer der Diebe ein Messer nach ihr wirft. Das Messer streifte ihr Bein und ihr Blut tropfte in den Sumpf. Sie fing bitterlich an zu weinen, als sie eine vertraute Stimme wahr nahm. "Das Morden muss ein Ende haben!"
Erneut stiegen Wesen aus dem Morast entpor. Sie schnappten sich die Diebe, die sich mit aller Kraft wehrten. "Was wollt ihr von uns? Verschwindet, ihr seid tot!", schrie einer der Diebe. "Ja, durch eure Hand. Da ist es nur gerecht, dass ihr unser Schicksal teilt!", antworte eins der Wesen und nahm ihn ohne erbarmen mit in die tiefe des bodenlosen Morast. 
Seelenruhig ging der Kaufmann und seine Familie zurück zur Kutsche. Sie blickten nicht zurück, zu schrecklich war das Geschrei der Diebe. Doch sie wussten genau das die Wesen ihnen nichts tun würden. Der Kaufmann hatte unter den Wesen seinen Kurier erkannt. Nun wusste er, dass der Mann ihn nicht verraten hatte, sondern Opfer der Verbrecher wurde, die nun endlich ihre gerechte Strafe bekamen.
Eine Träne lief über sein Gesicht, als er die Zügel nahm und den Pferden ein "Hü!" zu rufte und hinaus aus den Moorgebiet verschwand. 


Fakten



Titel: Tödliches Moor
Datum: 07.06.2016
Art: Drama, Horror
Sprache: Deutsch

Abgeschlossen






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