Donnerstag, 8. Dezember 2016

Freitag, 2. Dezember 2016

Gesellschaftsspiel Stadt-Land-Anders


Im August 2016 stellte die wunderbare Frühlingskindermama in ihren Blog ein tolles Piraten Gesellschaftsspiel vor und verloste auch gleich zwei andere wirklich schöne Spiele. Im September 2016 dann die große Auslosung und wirklich, ich hatte das Glück das Spiel "Stadt Land Anders" der Firma Pegasus Spiele zu gewinnen!

Beschreibung des Spiel Stadt-Land-Anders
 Wörter mit demselben Anfangsbuchstaben zu bestimmten Kategorien zu finden, ist nicht schwer. Doch wie sieht es mit Städten, Bergen und Tiere aus, die mit der Farbe Blau in Verbindung gebracht werden soll? Da ist echte Kreativität gefragt! So wird z.B. aus "Tier" und "blau" ein "Blauwal". 
Eine gewitzte Punktewertung sorgt zudem dafür, dass Kreativität belohnt wird.

Das tolle an den Spiel ist, dass man in verschiedenen Varianten Spielen kann (Vorschläge dazu gibt es in der Anleitung), so dass die ganz Kleinen auch schon mitspielen können. Aber es gibt auch varianten für Schüler und Erwachsenen, bzw. sogar eine perfekte Mischung aus allen Altersstufen. So wird der Spielespaß nie langweilig.

Für uns gehört das Spiel schon zu unseren Lieblingen, die hier am häufigsten gespielt wird und auch gerne für unterwegs mitgenommen wird.
Dafür hier noch mal ein ganz dickes Danke an Frühlingskindermama, die wir das Spiel verdanken! 

Samstag, 26. November 2016

Mittwoch, 23. November 2016

Auszug eines Mobbingopfer

Langsam schleiche ich mich die Treppen hinunter, die Angst im Nacken das meine Mutter mich erwischen würde. Wieder einmal habe ich verschlafen und der Unterricht hat schon längst begonnen. Ich bin schon fast an der Tür, als ich das knarren des Boden hinter mir hörte. Ich zucke zusammen, bevor ich die Stimme meiner Mutter wahr nehmen konnte. „Schatz was machst du noch hier?“, fragt sie mich ein wenig geschockt. Ich zwinge mich zu einem lächeln und versuchte nicht ängstlich zu klingen, als ich ihr antwortete. „Aber Mama, dass habe ich dir doch gestern gesagt. Die erste Stunde fällt aus.“, flötete ich ihr etwas vor und nahm meine Jacke vom Hacken. „Nie hörst du mir richtig zu.“, und ich schluchzte absichtlich laut um ihr ein schlechtes Gewissen zu geben. „Aber das ist ja so typisch!“, stampfte ich auf und verschwand ohne auf eine Antwort zu warten so schnell wie möglich raus. So schnell mich meine Beine tragen können, gehe ich zur Haltestelle, wo zum Glück auch gleich der Bus kommt. Bevor ich einsteige, schaue ich zurück und sehe wie meine Mutter an der Tür steht, mit dem Telefon am Ohr. Ich weiß genau, dass gibt noch ärger, das sehe ich an ihren Blick. Bestimmt telefoniert sie grade mit der Schule und weiß das ich gelogen habe.
Am liebsten würde ich jetzt nicht zur Schule fahren, doch wenn meine Mutter wirklich mit der Schule telefoniert hat, dann gibt es doppelt ärger. Vielleicht kann ich sie später noch überzeugen das mich einer der Mitschüler belogen hat und wenn ich dabei weine, dann muß sie mir einfach glauben. Seit einiger Zeit verstehe ich mich nicht mehr mit den anderen Schüler, da wäre so eine Situation sogar möglich.
Das große Schulgebäude sieht alt und bedrohlich aus, als ob es einen gleich auffressen wollte. Man hört die vielen Kinderstimmen, lachen, schreien, reden, doch vor dem Gebäude ist niemand zu sehen. Ich möchte eigentlich nicht dort rein, aber wenn meine Mutter wirklich die Schule angerufen hat, dann habe ich keine andere Wahl.
Leise und unsichtbar gehe ich den Flur hinein. Ein paar Schüler rennen und laufen an mir vorbei, aber beachten tun sie mich zum Glück nicht. Anders sieht es aber aus, als ich meine Klasse betrete. Der laute Haufen wird plötzlich ganz leise und ihre Augen starren mich an. „Ach guck, wer hat sich denn hierher verlaufen?!“, spottet mich eins der Mädchen an. „Die hätte lieber zuhause bleiben sollen, jetzt vermiest sie doch jeden den Tag mit ihren Anblick!“, brüllt ein anderes Mädchen und die anderen lachen. Ich höre den anderen blöden Sprüchen einfach nicht mehr zu und verkrieche mich auf meinen platz, dabei bewerfen mich die anderen mit Spuckebälle.
Ich verstecke meinen Kopf unter meine Arme und bemerke nur das die Lehrerin da ist, weil es plötzlich leise wurde im Raum. Ich schaue auf und sehe sie schon vor mir, Frau Mars meine Klassenlehrerin. Sie hat so einen komischen Blick, etwas zwischen Ärger und was ich nicht einschätzen kann. „Schön das du jetzt auch hier bist.“, sagt sie zu mir und einige Schüler lachten kurz auf. Frau Mars blickt streng durch die Reihen, dann bittet sie mich mitzukommen um ein paar vergessene Arbeitsblätter zu holen. Auf dem Weg zum Lehrerzimmer sagt sie kein Wort und ich bekomme Panik. Ich fühle mich unwohl und möchte am liebsten weg. Plötzlich fange ich an zu plappern. „Wissen sie, eigentlich bin ich nicht Coline.“. Was, habe ich das grade wirklich gesagt?! „Eigentlich bin ich ihre Cousine aus Frankreich. Ich wollte mal sehen ob es wirklich so schlimm ist wie Coline es immer erzählt.“ Kaum waren diese Worte ausgesprochen, bereute ich meine Lüge. Ich verstand selber nicht warum ich so was dummes gesagt habe. Frau Mars blieb stehen und schaut mich böse an. „Jetzt reicht es aber!“, brüllt sie mich an und ich zucke zusammen. „Was erzählst du da für ein Unsinn, das melde ich sofort den Direktor!“ „Das war mir so klar!“, schrie ich sie zurück an und renne in die Klasse zurück. Frau Mars rief mir was hinterher, aber ich hörte es nicht mehr. Über mein Gesicht laufen Tränen und mein Herz fühlt sich an wie Blei, aus Angst.  In der Klasse lachten mich die Schüler wieder aus und sagen gemeine Sachen. Ich nehme einfach meine Tasche und stürme aus der Schule.
Ich flüchtete so schnell es ging in einen Bus der Richtung Stadt fuhr und beruhigte mich erst, als ich weit genug von der Schule weg war.
Ich verstand mich selber nicht mehr. Ich verstand nicht warum ich so was dummes gesagt habe. Vermutlich weil ich gerne jemand anderes wäre, jemand der nicht täglich diese Demütigung von den anderen Erfahren musste. 
Ich musste das irgendwie vor meiner Mutter geheim halten! Zum Glück hatte sie heute Spätdienst und würden vor 16 Uhr nicht zuhause sein, das heiß ich habe genug Zeit den Anrufbeantworter vor ihr abzuhören.
Eine weile fuhr ich noch mit der U-Bahn hin und her, bis ich dann den Mut hatte nachhause zugehen. Es war nicht zu früh, damit sich kein Nachbar wundern konnte warum ich jetzt nachhause komme und nicht so spät, dass mich jemand von der Klasse gesehen hätte.
Ich bin ganz allein zuhause, trotzdem laufe ich so leise wie möglich. Auf dem Anrufbeantworter leuchtete einen eins für eine neue Nachricht. Ich höre sie mir an, höre die Aufregung in Frau Mars Stimme und ich bekomme eine heilen Wut für die unverschämten Behauptungen die sie zu Tage liegt, warum ich mich so verhalte. Mir allein wird die Schuld zugewiesen, aber das die anderen mich auslachen, Beleidigung und gewalttätig sind, davon wird kein Wort gesagt  Am liebsten würde ich die Nachricht drauf lassen, damit meine Mutter selbst hören konnte welche Spinnern ich Täglich ausgesetzt bin. Aber dann wüsste sie, was für ein Schwachsinn ich gemacht habe und das kann ich nicht zulassen. Also lösche ich die Nachricht.
Vorsichtshalber gehe ich in meinen Zimmer und lege mich hin. Ich bin das ganze Müde, die Angst und mich immer verstellen zu müssen, aber ich habe das Gefühl keine andere Wahl zu haben. Keiner mag mich mehr und ich weiß nicht warum. Irgendwie muss ich mich ändern, mich interessanter machen, nur wie? Meine Mutter hat Schulden und ich kann dadurch nicht mit den anderen mithalten, weder was die Klamotten angeht, noch das ich Ausgehen könnte.
Durch das viele Nachdenken werde ich müde und meine Augen fallen langsam zu.
Plötzlich werde ich wach und sehe das es draußen schon dunkel ist. Wie lange habe ich geschlafen?
Ich höre wie meine Mutter den Einkauf in der Küche einräumt. Langsam schleiche ich mich zu ihr und schaue vorsichtig in die Küche. „Na, gut geschlafen?“, fragt mich meine Mutter als sie mich sah. „Hm.“, mache ich vorsichtig. „Lisa hat angerufen. Sie möchte wissen ob du heute zu ihrer Übernachtungsfeier kommst.“ Oh, die Feier, dass habe ich vergessen. „Und?“, frage ich vorsichtig. Meine Mutter wirft mir einen Bösen blick zu. Ich glaube sie weiß genau was heute los war. „Du hättest ruhig etwas früher von der Feier erzählen können.“, sagte sie und beschäftigt sich wieder mit dem Einkauf. „Vergessen.“, bringe ich nur raus. „Du hast wirklich Glück das Lisa heute früh hier angerufen hat. Sei morgen um 10 Uhr zurück.“ Meine Augen weiten sich und ich umarmte meine Mutter vor Freude. Schnell packe ich ein paar Sachen zusammen, bevor meine Mutter doch noch erfährt was heute in der Schule war. Dann ging ich zu Lisa.
Vor der Wohnung von Lisa hörte ich schon Party Geräusche. Seit dem ich in der Schule gemobbt werde fühle ich mich bei solchen Partys nur noch unwohl, aber Lisa ist meine beste Freundin und ich möchte so gerne bei ihrer ersten Party dabei sein. Mein Herzt blieb stehen als ich an die Tür klopfe und Lisa sie öffnet. Mit großen Augen schaut sie mich an. „Was machst du denn hier?“, fragt sie mich mit flüsternder Stimme und schloss die Tür soweit das ich nur ihr Gesicht sehen konnte. „Na du hast doch extra bei uns angerufen wegen der Party.“ Lisa schaut bedrückt auf dem Boden. „Ja, aber da wusste ich auch nicht was du heute wieder gemacht hast.“ Erschrocken schaute ich sie an und sie blickte mir genau in die Augen. „Ich?“, fragte ich sie mit offenen Mund. „Naja, mir ist das peinlich.“ „Dir?“, fragte ich verwundert. „Hör mal, ich meine es wirklich nicht böse, aber ich will keine Lügnerin auf meine Party. Ich habe dich wirklich gern, aber lass uns ein anderes mal reden.“ und mit diesen Worten lies mich Lisa einfach vor verschlossener Tür stehen.
Ich kann es kaum fassen was sie grade zu mir gesagt hatte. Ich eine Lügnerin!? Reicht es nicht das mich alle in der Schule mobben? Und jetzt soll ich auch noch irgend so eine Lügnerin sein?
Mein Herz fühlt sich so an als ob es gleich zerreißt, es tut mir so weh. Und gleichzeitig bin ich wütend und würde ihr die Party gern vermiesen.
Eine weile sitze ich noch auf den Stufen die zum Haus führen. Was mache ich jetzt nur? Ständig vermiese ich es mir mit allen die ich gerne habe und gleichzeitig werde ich aber von allen gemobbt die mir eigentlich egal sein sollten. Aber es ist so schwer für mich mit diesen Leuten klar zukommen die mir das Leben zur Hölle machen. Und jetzt hocken die alle auch noch bei Lisa zuhause. Alle die immer sagen ich mache alles kaputt, die mich lieber irgendwo Tod sehen würden, obwohl ich mit denen nichts am Hut habe. Mir kommen die Tränen bei diesen Gedanken. Lisa ist keine wirkliche Freundin, sie soll wie alle anderen in der Hölle schmoren!
In solchen Moment wünschte ich mir solche Kräfte zu haben wie die Carrie aus Stephen King´s Buch. Dann würde ich hier einfach alle nieder machen und das Haus abfackeln. Sie wären selber schuld, so wie sie mit mir umgehen.
Mal abgesehen von meiner eigenen Blödheit heute, haben diese Schweine mich erst letzte Woche alle zusammen angespuckt, und dass nur weil ich mich einmal gegen sie gewehrt habe.
Mir ist in der Schule der Hacken für die Jacken abgefallen. Vermutlich war dieser schon vorher locker und hätte bei jeden anderen ebenfalls kaputt gehen können, aber ich bin die Schuldige, das Monster! Alle haben mich ausgelacht und gesagt das ich der totale Freak wäre und andere unschöne Dinge. Da habe ich einfach meine Cola Dose genommen und den Inhalt auf einige dieser Lästermäuler geworfen. Plötzlich waren sie leise, doch nur für einen Moment. Schnell bildeten sie ein Kreis um mich und ich war allein und schutzlos. Sie schubsten mich umher und ich rief um Hilfe, aber alle die, die die Situation gesehen haben sind weiter gegangen, selbst unsere Klassenlehrerin. Dann sagten sie zu mir Schlampe, Notgeile und wer weiß noch und fingen an mich zu bespucken.
Das kann ich keinen von denen verzeihen und sie müssten eigentlich dafür büßten!
„Hey Coline...“, werde ich plötzlich aus meinen Gedanken gerissen. Ich schaue zur Tür und sehe Lisa. In ihrer Hand hat sie ein Stück Kuchen. Mit einem Lächeln setzt sie sich neben mir. „Es tut mir leid.“, sagt sie und reicht mir das Stück Schokoladenkuchen. Ich nehme es an und sage „Schon okay.“ und nehme einen Happen davon. Kaum habe ich es im Mund schmecke ich was es wirklich ist, nämlich Katzenkot umhüllt mit ganz viel Schokolade. Auch stürzen die anderen von der Party heraus und lachen mich aus, zeigen mit den Finger auf mich und schreien „Ieee, sie hat das gegessen!“, „Boah ist die Eklich!“, Wie krank die ist!“. Ich laufe die Treppe hinunter aber ich muss mich dabei übergeben wegen den Geschmack in meinen Mund. Ich falle die letzten Stufen runter und lande auf meinen Po. Die anderen lachen erneut auf und ich kann nur noch heulen. Einen letzten Blick werfe ich meiner Freundin zu, die ebenfalls nicht glücklich aussah, aber das gibt trotzdem Rache.
Ich lief bis zum See, der etwa 20 Minuten von unserer Wohnung entfernt war. Ich setzte mich in die Dunkelheit. Durch den Mond konnte ich mein Gesicht im Wasser sehen. Ich schlage auf mein eigenes Spiegelbild ein und fange dabei an erneut zu weinen. Wie sehr ich die anderen Hasse, wie sehr ich mich Hasse! Warum passiert mir das alles? Ich kann es nicht verstehen. Wieso holt mich kein Engel ab und bringt mich woanders hin? Ich hoffe so sehr das alles nur ein böser Traum ist und ich bald daraus erwache. Das schlimme aber ist, Montag wieder in die Schule zu müssen. Ich werde dort nicht hingehen, egal welchen ärger ich zuhause bekomme.
Dann sehe ich eine kaputte Flasche neben mir. Die Scherben funkeln so schön im Mondlicht. Ach hätte ich doch den Mut die Scherbe zu nehmen und diese tief in meine Haut zu ritzen. Stattdessen hole ich aus meiner Hosentasche einen Pfennig. Ich ziehe mir die Ärmel hoch und reibe den Pfennig solange an meinem Arm entlang bis dieser total gerötet ist. Ein wenig sieht es aus wie eine Verbrennung. Es wird auch eine weile schmerzen, aber die Rötung wird schnell verblasen. So bekommt zuhause keiner mit das ich mich selbst verletze, dass ich am liebsten Tod sein will.
Einige Stunden blieb ich in der warmen Sommernacht am See sitzen und starte einfach auf das Wasser bevor ich nachhause ging.




Titel: Auszug eines Mobbingopfer
Datum: 21.11.2016
Art: Mobbing, Schulmobbing, Hass, Selbsthass, Selbstmord Gedanken
Sprache: Deutsch

Bilderquelle: Moment Cam & Nicole P.

Abgeschlossen ... ungewiss?




Zum Teil beruht diese Geschichte aus eigener Erlebnisse, zum Teil wurde etwas dazu erfunden.

Für den Kampf gegen Mobbing!

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